unser Jahresablauf

Die Jahresfeste in unserem Kindergarten
- Nahrung und Weckruf für die Kinderseele und die körperliche Reife


Der Jahreslauf ist nicht nur ein Schwingen zwischen kalt und heiß, sondern auch zwischen Drinnen in sich im Winter und Draußen ganz außer sich in Sonne, Blumen und Lebenslust.
Die Natur sammelt sich im Inneren der Erde im Winter, sie sammelt sich, um sich im Sommer ganz zu verschenken bis in den Herbst hinein. Einatmen im Winter, Ausatmen im Sommer, ein ewiger Rhythmus, dem die christlichen Jahresfeste ihre Bilder schenken. Jedes Fest im Kindergarten ist ein Höhepunkt und jeder Höhepunkt hat seine Vorbereitung, die das Kind im Laufe seiner 3 bis 4 Jahre bei uns ganz selbstverständlich verinnerlicht. Ohne Erklärungen und durch das Vorleben, Handeln und die Raum- und Jahreszeitentischgestaltung.

Erntedank und Michaeli machen den Anfang.

Zum Erntedank wird das Korn gedroschen, gemahlen und zu Brot und Brötchen verarbeitet, wir hören vom Bauern auf dem Felde, vom Müller, vom Bäcker. Alle Kinder bringen zur Feier ein Erntedankkörbchen mit, voller Obst und Gemüse. Gemeinsam wird alles zu Frühstück und Mittagessen verarbeitet.

Michaeli - Tag- und Nachtgleiche - Gegenpol zum Frühlingsanfang.
Die Natur zieht sich zurück, die Seelennahrung aus dem Sommer wird Feuer für den Winter. Hier geht es um Kraft und Mut für die dunkle Jahreszeit. "Mit Sankt Michaelis Schwert - was den Drachen bewehrt - mit Sankt Michaelis Mut - kämpfst du sicher und gut."
In der Bibel ist Michael der Drachenkämpfer oder der Heilige Georg mit der Waage. Diese hält das Gleichgewicht zwischen Gut und Böse. Wir bauen Mutgänge zum Durchkriechen und Balancieren, wir wiegen an unserer großen Waage Steine ab, bis die Waage gleichschenklig steht. Wir singen und spielen ein Ritterspiel, in dem der Engel von Gott dem Michael sein goldenes Schwert übergibt. Hiermit besiegt Michael den Drachen, das Böse, das Dunkle, und erringt die Königsstocher, das Strahlende, das Gute.

Sankt Martin
Es ist dunkler geworden. Mit selbstgebastelten Laternen wollen wir die Nacht erhellen - mit einer Wanderung, alle Kinder, Eltern und Erzieherinnen. Wir kochen Suppe über dem Feuer und teilen Suppe und Brot, wie es einst Sankt Martin mit seinem Mantel tat.

Advents- und Weihnachtszeit
Advent ist die Erwartung Jesu. Wir beginnen mit dem Adventsgärtlein. Es wird eine Spirale aus Moos und Tannenzweigen auf dem Boden ausgelegt. Der Raum ist dunkel und in der Mitte brennt eine Kerze. Jedes Kind geht nun einzeln in die Spirale mit seiner Kerze, die in einem Apfel steckt. Es zündet sein Licht an und stellt es irgendwo in der Spirale ab. Wenn alle Kinder ihre Kerzen in der Spirale abgestellt haben, leuchtet die Spirale und kann so den Erdenweg des Christkindleins symbolisieren. In den folgenden drei Wochen geht die Gruppe mit steigender Kerzenzahl (Adventskranz), Geschichten und dem Singspiel den Weg der Maria in den Stall zum Weihnachtsgeschehen.
Zum Nikolausfest gibt es ein selbst genähtes Pfefferkuchensäcklein und viele Lieder und Symbole, die das Wirken und Vorbereiten des heiligen Nikolaus in Bildern vermitteln.
In der Adventszeit werden mit den Eltern Kerzen gezogen.

Sind vor Weihnachten die Hirten auf dem Felde, mit den Schafen die Opferbringer, so sind es nach dem Fest die Heiligen Drei Könige, deren Weg und Anbetung im Dreikönigsspiel gezeigt werden. Die Kinderseele wiegt zwischen der Demut von Maria, Joseph und den Hirten und dem Mut der Könige, ihrer Anbetung und der Willensakt der großen Wanderung nach Ägypten.
Über der ganzen Weihnachtszeit leuchtet der Engel und singt "Vom Himmel hoch da komm ich her".

Mit genügend Kälte wird dann das Winterfest mit Rodeln, Schlittern und vielen Schneeflocken gefeiert.

Zur Karnevalszeit wird der Winter ausgetrieben. Die dunkle Jahreszeit wird abgeschüttelt. Wir schmücken die Räume mit Selbstgebasteltem. Wir backen, genießen und schlüpfen in besondere Rollen, w obei keine Masken unser Treiben stören. Frau Holles Märchen von Gold- und Pechmarie begleitet als Puppenspiel diese Zeit.

"Herr Winter geh hinter, der Frühling kommt bald." So geht es auf die zweite Tag- und Nachtgleiche am 21. März hin: Frühlingsanfang. "Frühling, Frühling, werft die Mützen, Sonne lacht aus allen Pfützen." Welche Erleichterung, das Dunkel wird hell. Sonne, Blumen und Blätter erneuern die Welt.

Der erste Vollmond nach dem Frühlingsanfang gibt das Ostergeschehen vor. Beginnend mit Palmsonntag und der Karwoche wird es Ostersonntag. Für die Kindergartenkinder zeigt sich der fleißige Hase, das fruchtbare Ei und wir s äen für jedes Kind ein Ostergrasgärtlein. Mutter Erde schickt die Blumen, Käfer und Tierlein geputzt auf die Erde. Es ist die Zeit des Sämanns, des Gartenumgrabens im Kindergarten-Garten - die Natur erhält Hilfe.

Zu Pfingsten ist die gebackene Taube das Symbol des Göttlich-Geistigem. In jedem Menschen kann sich die Flamme des gemeinsamen Erlebens senken.

Zwischen Ostern und Sommer stecken die Vorschulkinder ganz tief im Bau ihrer Holzhäuser, das sie zum Sommerfest als Abschiedsgabe mitnehmen.

Johanni am 24. Juni ist unser letztes internes Kindergartenfest. Die Treue des Heiligen Johannes steht in der Seele. Gerade wenn sich die Natur verausgabt, die kürzeste Nacht und der längste Tag uns ins Draußen ruft, erinnert uns der treue Johannes an Dauer, Zeitlänge, Entwicklung und Wertigkeit. Dass Treue belohnt wird und gefeiert werden kann, zeigt das Sommerfest mit allen Kindern, Eltern und Pädagogen. Tänze, Musik, Spiele und Naschwerk lassen die Gesichter strahlen.